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100 Jahre Frauenwahlrecht - Vortrag

13.03.2018

Ein Vortrag über den langen Kampf der Frauen um die Mitbestimmung von Claudia von Gélieu

Am Sonntag hat die Clara-Zetkin-Gedenkstätte erneut zu einem Vortrag geladen. Gastrednerin war die deutsche Politikwissenschaftlerin Claudia von Gélieu, die 2001 vom Berliner Senat mit dem Frauenpreis ausgezeichnet wurde. Seit Jahrzehnten betätigt sie sich als Frauengeschichtsforscherin und gibt ihre Erkenntnisse in Vorträgen, Publikationen und Führungen weiter.

„Historische Erfahrungen für die Gegenwart“, lautete der Titel des Vortrages. Claudia von Gélieu bemühte sich von Anfang an sehr darum, mit den Gästen im prall gefüllten Saal des Clara-Zetkin-Hauses ins Gespräch zu kommen, nahm Beiträge und Anregungen auf und ging auf die Fragen ein, die gestellt wurden. Natürlich durfte auch die historische Rolle der Namensgeberin des Hauses nicht zu kurz kommen.


Die Geburtsstunde des Frauenwahlrechts in Deutschland
Die Geburtsstunde des Frauenwahlrechts in Deutschland am 12. November 1918 ist der Aufruf an das Deutsche Volk vom Rat der Volksbeauftragten. Hier heißt es: "Alle Wahlen zu öffentlichen Körperschaften sind fortan nach dem gleichen, geheimen, direkten, allgemeinen Wahlrecht auf Grund des proportionalen Wahlsystems für alle mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen Personen zu vollziehen". In Deutschland kämpfte um 1900 insbesondere die SPD für das Wahlrecht für Frauen. Auch engagierte Frauen außerhalb der Sozialdemokratischen Partei setzten sich vehement für das Frauenwahlrecht ein. Denn Frauen waren zu dieser Zeit unabhängig von Alter, Einkommen oder Tätigkeit davon komplett ausgeschlossen. Die gemäßigte bürgerliche Frauenbewegung strebte ein eingeschränktes Wahlrecht an. Die radikaleren sozialistischen Frauen um Clara Zetkin forderten dagegen auf dem ersten internationalen sozialistischen Frauenkongress 1907 in Stuttgart das allgemeine Frauenwahlrecht ein. „Auch wenn die Frauenbewegung seit der Einführung des Frauenwahlrechts viel erreicht hat, gibt es auch in der heutigen Zeit Missstände die es aufzudecken gilt und bei denen wir genau hinsehen müssen. Vor allem müssen wir uns dafür einsetzen, dass wir in bestimmten Bereichen keine Rückschritte zu dem bereits Erreichten machen“, mahnt von Gélieu.


Die ersten Frauen im Parlament
Als erste Frau überhaupt ergriff Marianne Weber (DDP), die Frau des Soziologen Max Weber, bei der konstituierenden Sitzung am 15. Januar 1919 im Karlsruher Ständehaus das Wort und wandte sich an ihre männlichen Kollegen: "Wir Frauen können nur unserer hohen Freude und Befriedigung darüber Ausdruck geben, dass wir zu dieser Aufgabe mitberufen sind, und ich glaube, sagen zu dürfen, dass wir besser für sie vorbereitet sind, als vielleicht die meisten von Ihnen glauben.
Als erste Frau in der Weimarer Nationalversammlung spricht am 19. Februar 1919 die Sozialdemokratin Marie Juchacz aus Berlin: "Ich möchte hier feststellen ..., dass wir deutschen Frauen dieser Regierung nicht etwa in dem althergebrachten Sinne Dank schuldig sind. Was diese Regierung getan hat, das war eine Selbstverständlichkeit: sie hat den Frauen gegeben, was ihnen bis dahin zu Unrecht vorenthalten worden ist."
„Das Frauenwahlrecht ist nicht vom Himmel gefallen. Das Wahlrecht musste von den Frauen genauso eingefordert und erkämpft werden wie das allgemeine Wahlrecht für die männlichen Bürger. Doch der Weg dahin war für Frauen deutlich länger“, so Claudia von Gélieu.


Text/Foto: lv
Angeregte Diskussion: Die Politikwissenschaftlerin Claudia von Gélieu im Gespräch mit den Gästen in der Clara-Zetkin-Gedenkstätte.


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