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Einschulungsuntersuchungen starten am Mittwoch

08.01.2019

Kinder- und Jugendgesundheitsdienst untersucht rund 2100 Schulanfänger


Rund 2100 Kinder werden in diesem Jahr in Oberhavel eingeschult. Doch bevor die Schulanfänger im August ihren großen Tag erleben, müssen sie eine Einschulungsuntersuchung absolvieren. Der Kinder- und Jugendgesundheitsdienst des Gesundheitsamtes beginnt am 09.01.2019 mit den Untersuchungen, die nach dem Brandenburgischen Schulgesetz verbindlich für alle Kinder, die bis zum 30.09.2019 sechs Jahre alt werden, vorgeschrieben sind. Auch jüngere Kinder, die auf Antrag der Eltern vorzeitig eingeschult werden sollen, müssen sie durchlaufen.


Da im Kinder- und Jugendgesundheitsdienst derzeit nur drei von fünf Teams zur Verfügung stehen, werden bei der Terminvereinbarung verschiedene Dringlichkeitsschwerpunkte berücksichtigt. So beginnen die Ärzte mit Schulanfängern, die möglicherweise eine besondere Unterstützung im Schulalltag benötigen und Hilfsmaßnahmen rechtzeitig geplant werden können. Nach den Untersuchungen der regulären Schulanfänger werden abschließend Kinder untersucht, die vorzeitig in die Schule aufgenommen werden sollen. Die Untersuchungen sollen im Juni 2019 abgeschlossen sein.


Die Terminvergabe zur Schuleingangsuntersuchung erfolgt in Abstimmung mit den Eltern im Rahmen der Schulanmeldungen. Familien, deren Kinder im vergangenen Jahr vom Schulbesuch zurückgestellt wurden, haben bereits schriftlich einen Terminvorschlag vom Gesundheitsamt erhalten. Sollte dieser Termin nicht wahrgenommen werden können, wird um eine telefonische Rückmeldung zur erneuten Terminabsprache gebeten.


Für die Kinder ist die Schuleingangsuntersuchung ein großer Tag, aber auch die Eltern sind häufig aufgeregt. In rund 45 Minuten werden nach einheitlichem Standard in ganz Brandenburg verschiedene Entwicklungsbereiche beleuchtet. So werden Größe und Gewicht gemessen, motorische Fähigkeiten wie grobmotorische Geschicklichkeit und Kraft sowie das Handgeschick beurteilt. Die Feststellung einer Links- oder Rechtshändigkeit ist bedeutsam für die zukünftige Sitzposition sowie die Schreibhaltung und die Auswahl von Arbeitsmaterialien.

Auch ein Hör- und verschiedene Sehtests werden durchgeführt, denn wer schlecht hört oder sieht, kann dem Unterricht nur unzureichend folgen.
Körperliche Beeinträchtigungen und chronische Erkrankungen wie Asthma, Neurodermitis, Diabetes, Herzfehler oder Krampfleiden können den Alltag eines Schulanfängers erheblich verändern. Die Erkrankung selbst aber auch die Nebenwirkungen von Medikamenten können für den Schulalltag relevant sein, manchmal sind spezifische Hilfen in der Schule für einzelne Kinder notwendig. Die Ärzte des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes beraten Eltern und Lehrer über mögliche schulische Maßnahmen.


Ein weiterer Untersuchungsschwerpunkt ist die sprachliche und geistige Entwicklung der Schulanfänger, denn gutes Sprechen und Verstehen gehören zu den Voraussetzungen für einen erfolgreichen Schulstart. Wie gut sind der Wortschatz und der Satzbau des Kindes entwickelt? Welches Interesse zeigt das Kind an den Angeboten der Vorschule? Sind Farbenkenntnisse und ein beginnendes Mengenverständnis vorhanden? Für diese und andere Fragen interessieren sich die Kinderärzte.


Die Herausforderungen des Schulalltags erfordern nicht zuletzt soziale Kompetenzen und eine ausreichende emotionale Stabilität. Anders gesagt: Kinder müssen Kontakte knüpfen können, Freunde finden, Anforderungen und Anregungen vom Lehrer annehmen, eigene Bedürfnisse aufschieben, neugierig auf Rechnen, Lesen und die Dinge sein, die es in der Schule zu lernen gibt. Die Beurteilung dieser Kompetenzen ist im Rahmen der Einschulungsuntersuchung nicht immer einfach. Manchmal haben die Schulanfänger einen "schlechten Tag“ und machen nicht sehr bereitwillig mit. Das Gespräch mit den begleitenden Eltern und die Erfahrung der Mitarbeiter helfen jedoch oft weiter.


Zur Untersuchung ist unbedingt der Impfausweis des Schulanfängers mitzubringen. Das Gesundheitsamt ist gesetzlich gehalten, beim Schuleintritt den Impfstatus zu erfassen und wird die Eltern gegebenenfalls über fehlende Impfungen informieren, die baldmöglichst beim niedergelassenen Kinder- und Jugendarzt nachgeholt werden sollten.


Bei der Schuleingangsuntersuchung wird also nicht nur beurteilt, ob die Kinder rein körperlich für die Schule geeignet sind, sondern es entsteht ein Gesamtbild über Fähigkeiten, Stärken und Schwächen für jedes künftige Schulkind. Die Ergebnisse der Untersuchung werden mit den Eltern besprochen, sie erhalten Hinweise zu Förder- und Therapiemaßnahmen, die vor Schulbeginn noch angeraten sind. Anhand der Untersuchungsergebnisse erstellen die Ärzte eine schulärztliche Empfehlung, die ein Baustein im Aufnahmeverfahren der Schulanfänger ist. Die endgültige Entscheidung, ob ein Kind eingeschult wird, fällt die Schulleitung.


Hinweis in eigener Sache: In der Außenstelle Gransee findet vorübergehend keine Sprechstunde statt. Gern sind die Mitarbeiter am Standort Oranienburg für Sie da und telefonisch erreichbar unter 03301 601-3766 oder 03301 601-3767.

Text/Copyrith: Landkreis Oberhavel

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