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Wildschweine in Birkenwerder

11.09.2019

In den letzten Tagen gab es vermehrt Meldungen über Wildschweine, die in den östlichen Ortsteilen von Birkenwerder gesichtet wurden. Dabei handelt es sich vermutlich um zwei Wildschweinrotten, die aus dem nördlich und östlich angrenzenden Waldgebiet kommen. Auf ihren Streifzügen haben die Tiere bislang so manchen Sachschaden angerichtet, indem sie bei der Nahrungssuche auch auf umzäunten Grundstücken eingedrungen sind und ganze Gärten umgepflügt haben. Derzeit prüft das Ordnungsamt in Absprache mit dem Stadtjäger und der Forstbehörde geeignete Maßnahmen, um zumindest diese Wildschweinrotten aus der Ortslage fernzuhalten.

Dass sich die Meldungen von Wildschweinen in Wohngebieten häufen, ist sowohl auf natürliche, aber auch von Menschen verursachte Gründe zurückzuführen:

Aufgrund von späten Frostschäden im Frühjahr verbunden mit einer langanhaltenden Trockenheit tragen viele Eichen und Buchen weniger Früchte als in den letzten Jahren. Nährhafte Proteine wie Engerlinge, Regenwürmer usw. befinden sich kurz unter der Grasnarbe und damit noch leicht zugänglich für die Wildschweine. Hinzu kommt, dass die Population von Wildschweinen in den letzten Jahren stark zugenommen hat (Vermehrungsraten bis zu 300%). Infolgedessen ist davon auszugehen, dass sich durch das fehlende Nahrungsangebot das Schwarzwild vermehrt in die angrenzenden Wohngebiete zieht, um nach Nahrung zu suchen. Als echter Allesfresser ernährt sich das Wildschwein sowohl von pflanzlicher als auch von tierischer Nahrung.

Besonders in den Herbst- und Wintermonaten kommt das Schwarzwild in das Gemeindegebiet und findet alternative Nahrungsquellen wie Bioabfälle und Komposthaufen. Die Verlockung ist umso größer, wenn pflanzliche oder andere organische Abfälle wie Früchte hinter Grundstücken, Böschungen oder am Ortsrand illegal weggekippt werden. Die angelockten Wildschweine machen sich mit der zivilisierten Welt vertraut, sodass die Tiere nach und nach ihre Scheu vor dem Menschen ablegen und scheinbar unbeeindruckt durch die Straßen ziehen. Generell sollten Komposthaufen in umzäunten Gärten angelegt werden und Abfalltonnen geschlossen innerhalb der Umzäunung stehen. Nach Möglichkeit sollten Abfälle in verschließbaren Räumen/Gebäuden wie z.B. Garage gelagert werden. Es ist darauf zu achten, dass keine Garten- und Speiseabfälle im Wald entsorgt werden.

Um Wildschweine dauerhaft von eigenen Grundstücken fernzuhalten, ist auf eine ausreichende Absicherung durch einen Zaun zu achten. Da die Tiere sehr viel Kraft entfalten können, muss der Zaun insbesondere in Sockelnähe sehr solide gebaut werden, um auch dem Rüssel von Wildschweinen Stand zu halten. Da Wildschweine auch oftmals den Weg über Nachbargrundstücke nehmen, sollte nicht nur die vorderste Seite zur Straße hin entsprechend solide gebaut sein. Wildschweine können im Bedarfsfall auch springen. Deshalb sollte die Umfriedung des Grundstücks eine gewisse Höhe (ca. 1,50 m) aufweisen. Will man keinen Sockel errichten, hindert auch ein stabiler Zaun die Tiere am Eindringen, der ca. 40 cm tief in die Erde eingegraben und im Erdreich nach außen gebogen wird. Das Wildschwein steht dann mit seinem Gewicht auf dem Zaun, so dass ein Hochheben mit der Schnauze verhindert wird. Auch eine stabile Wühlstange am Boden befestigt oder an den Zaunpfosten kann hier hilfreich sein.
Verschließen Sie das Grundstück und lassen Sie nicht die Tore oder Einfahrten Tag und Nacht geöffnet. Für den Schutz seines Grundstückes ist der Eigentümer selbst verantwortlich!

Verhaltensregeln bei Begegnungen mit Wildschweinen
Begegnet man einem Wildschwein, sollte in jedem Falle Ruhe bewahrt werden. Das Tier spürt im ungünstigsten Fall genau so viel Angst und Unsicherheit wie der Mensch, so dass das Ausstrahlen von Ruhe und Gelassenheit die Situation entschärfen hilft. Wildschweine greifen kaum Menschen an. Wichtig ist es, den Tieren immer eine Rückzugsmöglichkeit zu geben. Auf keinen Fall darf ein Wildschwein eingeengt oder in einen geschlossenen Raum, in eine Zaun- oder Hausecke gedrängt werden. Langsame Bewegungen und ausreichend Abstand sind wichtige Grundregeln. Durch Hektik, nervöses Wegrennen und Angstbewegungen kann jedem Tier eine Gefahr signalisiert werden, so dass es regelrecht zum Angriff gedrängt wird. Eine Bache mit Frischlingen muss in großem Abstand umgangen werden. Falls dennoch eine unverhoffte Begegnung erfolgt, sollte ihr durch ruhiges Stehenbleiben oder langsames Zurückziehen das Gefühl der Sicherheit und eine Fluchtmöglichkeit gegeben werden.

Wildtiere müssen einen entsprechenden Lebensraum in unserer Nähe - aber nicht in unseren Gärten - haben. Das Wissen über die Tiere und die Beobachtungen ihrer Verhaltensweisen bereichern unser Leben und legen die Grundlage zum Verständnis für die Natur und deren Schöpfungen.

Ordnungsamt Birkenwerder


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