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Zur besten Zeit 33 Kneipen – Ausstellung zur Geschichte der Gastronomie in Birkenwerder

02.10.2019

Die Entwicklung der Gastronomie in Birkenwerder beleuchtet eine neue Ausstellung des Geschichtsstübchen, die am Sonnabend, 28. September 2019, eröffnet wurde. „Vom Dorfkrug zum Restaurant“ ist nun drei Wochen lang im kleinen Rathaussaal zu sehen.

 

 

 


„Wir haben wie wild gewirbelt und geackert“, berichtet Erika Schürhoff. Die Idee zur aktuellen Ausstellung kam im vergangenen Jahr auf. „Seit Februar haben wir dann intensiv dran gearbeitet“, sagt die Vorsitzende des Geschichtsstübchens. Archive durchstöbern, mit Zeitzeugen sprechen, Bilder finden und richtig einordnen – all das stellt nur einen Bruchteil des persönlichen Einsatzes dar, mit dem die Initiatoren ein Stück Zeitgeschichte des Ortes dokumentieren. Zur Recherche dienten auch alte Gästebücher einiger Lokale aus den 1940er- und 1950er-Jahren. Die Hochzeit der Gastronomie in Birkenwerder war zwischen 1910 und 1935, als es etwa 33 Kneipen gab. Mittlerweile gibt es nur noch vier Restaurants, dazu kommen das Kaffeehaus, der Pub und Imbissläden. Als besonderes Highlight bei der Vorbereitung der Ausstellung stießen Vera Paulick und ihre Mitstreiter auf eine Likörfabrik, deren Magenbitter, ein ganz besonders edler Tropfen, so originalgetreu wie möglich in kleinen Mengen neu produziert wurde. Zwischen 1934 und 1952 ist der Magenbitter in Birkenwerder hergestellt worden. Die Ausstellungseröffnung war zugleich eine Möglichkeit, die „Kujawischen Magentropfen“, zu probieren. Einige Besucher haben sich ein Fläschchen für den Hausgenuss oder als Geschenk mitgenommen.


Die älteste Kneipe in Birkenwerder ist vermutlich der Dorfkrug, der 1375 eröffnet wurde und bis 1945 existierte. Viele weitere Gaststätten wurden ebenfalls mehrere Hundert Jahre alt, wie der Ratskeller oder das Restaurant am Boddensee. „Viele Berliner zählten zu den Gästen“, hat Vera Paulick erfahren. „Ich danke meinen Mitstreitern“, sagte sie und erinnert sich dabei an die vielen Stunden, die sie gemeinsam in Archiven verbracht haben. Zu den Anfängen der Gastronomie reichte es noch, dass Kaffee gekocht oder Bier serviert wurde. Später stand das Erlebnis mehr und mehr in Vordergrund,. Sportgeräte oder Schießstände sorgten für Unterhaltung, immer mehr Gaststätten verfügten über einen Tanzboden. „Dort hat man gerne mal eine flotte Sohle aufs Parkett gelegt“, berichtet Vera Paulick.


Bürgermeister Stephan Zimniok zeigte sich beeindruckt von der detaillierten Recherche und hofft, dass das Geschichtsstübchen immer wieder neue Mitglieder begrüßen kann. „Es ist eine wunderbare Ausstellung, hier kann man Geschichte hautnah erfahren“, sagte er. Erika Schürhoff hofft, noch viele Wechselausstellungen mit gestalten zu dürfen. „Themen sind noch ausreichend vorhanden.“ Nach den Herbstferien beginnt eine Arbeitsgemeinschaft mit Grundschülern.


Text/Foto: ww

Bildunterschrift: Von links nach rechts: Christine Riebschläger, Karl-Heinz Palm, Vera Paulick, Erika Schürhoff, Christel Wiediger, Bernd Wiediger und Gabriele Mebes vom Geschichtsstübchen


Öffnungszeiten der Ausstellung:
Di 14 - 18 Uhr, Do. 10 - 14 Uhr und Sa. 11 - 15 Uhr

Sonderaktionen:
05.10. - frischer Kuchen vom Kaffeehaus Birkenwerder
12.10. - Festtafel zum Anschauen vom Restaurant Boddensee




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