Endspurt auf der Baustelle – Jugendclub wird im September wieder einziehen

Für den Jugendclub in Birkenwerder brechen wieder gute Zeiten an. Umbau, Anbau und Sanierung befinden sich auf der Zielgeraden. Im September soll das insgesamt 600 Quadratmeter große Gebäude feierlich eingeweiht werden.


„Es ist ein Wunder zu sehen, wie dieses Haus entsteht“, sagt Jürgen Bear, der schon seit der Wendezeit im Jugendclub CORN arbeitet und vor über zehn Jahren die Leitung übernahm. CORN –  das stand einst für Club ohne richtigen Namen, hat sich aber mit der Zeit doch zu einem Namen entwickelt. Aus dem Jugendclub CORN wird in Zukunft das Kinder- und Jugendfreizeithaus CORN. Das etwa 100 Jahre alte Bestandsgebäude wurde saniert und umgebaut sowie um einen 400 Quadratmeter großen Neubau ergänzt. Der Rohbau ist fertig, jetzt sind die Trockenbauer am Werk. Am Montag kommt der Maler. Von außen erstrahlt der Altbau bereits durch ein kunstvolles Graffiti. Der Altbau auf zwei Etagen wurde entkernt, der Innenputz erneuert, wie Bauamtsleiter Jens Kruse mitteilt. Trennwände sorgen für eine neue Raumaufteilung. Im Neubau müssen noch die Decken geschlossen werden. 80 Prozent der Verrohrung für Heizung und Sanitäranlagen sind fertig, auch die Elektriker waren schon fleißig.


Im Neubau ist nun Platz für den sogenannten Multi-Kulti-Raum. „Das hat uns immer gefehlt“, sagt Jürgen Baer. „Wir haben oft Gäste, zum Beispiel aus der Regine-Hildebrandt-Schule. Für Gruppenarbeiten war es immer zu eng“, erklärt der Leiter des Jugendclubs. Das gesamte Gebäude ist durch Fahrstühle barrierefrei. Bandraum, Werkstatt, Computerzimmer, Kindermalschule und Spielzimmer werden modern eingerichtet und gegebenenfalls mit neuwertigen technischen Geräten ausgestattet. Ein Großteil der Möbel sind Neuanschaffungen, einige Klassiker wie der Billardtisch ziehen wieder vom Übergangsquartier in der Industriestraße zurück in die Hauptstraße 112. Küche und Sanitäranlagen sind ebenfalls zeitgemäß gestaltet. Die Gemeinde nimmt für Sanierung, Umbau, Anbau sowie Gestaltung der 5000 Quadratmeter großen Außenanlagen über zwei Millionen Euro in die Hand. „Fördermittel sind beantragt, aber es gibt noch keinen positiven Bescheid“, sagt Jens Kruse.


Das Konzept des Jugendclubs erlebt eine große Wandlung. Denn in Zukunft sind Hortkinder der vierten Klasse dort nicht nur Gäste, sondern haben ihre eigenen Räume. „Die Zusammenlegung von Jugendclub und Hort ist ein wichtiger Schritt“, sagt Jürgen Baer. Denn so werden die sogenannten Lückekinder, die nicht mehr in den Hort gehen, aber noch zu jung für den Jugendclub sind, rechtzeitig herangeführt und lernen das Haus schon früh kennen – ebenso wie deren Eltern oder Großeltern, die ihre Kinder vom Hort abholen. „Durch die Größe des Gebäudes hat jede Altersgruppe ihren eigenen Bereich“, erklärt der 55-Jährige. Das sei sehr wichtig für deren Entwicklung.
Passend zu Birkenwerders Motto „Grün erleben“ ist ein energiesparendes Haus entstanden. „Wir haben eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sowie eine Photovoltaikanlage“, sagt Architekt Frank Seidel aus Neuenhagen. Im Foyer wird auf einem Monitor für jeden nachzulesen sein, wie hoch im Moment die Energiegewinnung aus der Sonne ist.
Auch wenn bis zur Neueröffnung noch viel zu tun ist, herrscht sowohl im Rathaus als auch auf der Baustelle Zuversicht, dass das Kinder- und Jugendfreizeithaus ab Herbst mit Leben gefüllt wird.