Erste Stolpersteine in Birkenwerder verlegt

Erstmals wurden in der Gemeinde Birkenwerder am 25. September 2026 Stolpersteine verlegt. Mit den bundesweit bekannten Messingtafeln wird an Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Der Arbeitskreis Stolpersteine Birkenwerder hatte sich gemeinsam mit dem Verein Nordbahngemeinden mit Courage e.V. für das Projekt stark gemacht. Der Kölner Künstler Gunter Demnig hatte die Aktion Anfang der 1990er Jahre ins Leben gerufen. Inzwischen wurden 116.000 Stolpersteine in Deutschland und in mehr als 30 weiteren europäischen Ländern verlegt. In Birkenwerder erinnern nun in der Hauptstraße 84 vier Steine an Hermann, Max, Edith und Fred-Paul Burchardt. In der Brieseallee 10 wurde ein Stein für Henriette Roland verlegt. Mit den Gedenksteinen vor dem letzten selbstgewählten Wohnort kehren die Namen dieser jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger Birkenwerders sichtbar in den öffentlichen Raum zurück – dorthin, wo ihr Leben einst stattgefunden hat. Dort wurden sie Opfer des nationalsozialistischen Regimes. Sie wurden verfolgt, deportiert und ermordet. „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, besagt eine jüdische Lebensweisheit. Die Verlegung wurde von kurzen Redebeiträgen, biografischen Erinnerungen sowie musikalischen Momenten begleitet. Ariel Kirzon, Landesrabbiner der Jüdischen Gemeinde Brandenburg, trug ein Gebet vor. Bei der Zeremonie wirkten verschiedene Akteure mit, unter anderem Schülerinnen und Schüler der Regine-Hildebrandt-Gesamtschule. Die Veranstaltung bot die Gelegenheit, mehr über die Hintergründe des Projekts und über das Engagement für eine lebendige Erinnerungskultur zu erfahren. „Ich finde, es ist eine gute Möglichkeit, um an die Vergangenheit zu erinnern, besser, als mit den klassischen Gedenktafeln“, sagte Achtsklässlerin Anne, die die Biografie von Hermann Burchardt verlas. Das Schicksal des Mannes bewegte sie sehr. Er wurde durch NS-Gesetze entrechtet, verlor Eigentum und Existenz. Mit einem Altentransport wurde er mit 83 Jahren 1942 nach Theresienstadt deportiert und später für tot erklärt. Die Verlegung der Stolpersteine nahm Michael Rohrmann in Vertretung für Gunter Demnig vor.

Text/Fotos: Gemeinde Birkenwerder

Bildunterschriften

Bild 1: Achtklässlerin Anne trug die Biografie von Hermann Burchardt vor, welche die Gäste sehr bewegte.

Bild 2: Schülerinnen der Regine-Hildebrandt-Gesamtschule spielten ein Stück auf der Gitarre.

Bild 3: Michael Rohrmann verlegte die ersten Stolpersteine in Birkenwerder.

Bild 4: Vier Steine erinnern an das Schicksal der Familie Burchardt in der Hauptstraße 84, ein weiterer an Henriette Roland in der Brieseallee 10.