Hexenverfolgung in Brandenburg – Veranstaltung im Clara-Zetkin-Haus

Der Förderverein Clara-Zetkin-Gedenkstätte e.V. hatte am 16. November zu einer besonderen Veranstaltung in die Summter Straße 4 eingeladen: „Hexenverfolgung in Brandenburg“. Das Thema beleuchtet ein dunkles Kapitel der Landesgeschichte, denn die letzte überlieferte Hexenverbrennung in Brandenburg fand 1701 statt.

Trotz der kurzfristigen Absage der angekündigten Referentin Dörthe Kuhlmey ließen sich rund 20 Besucher den Nachmittag nicht entgehen. Die ehrenamtlichen Mitglieder des Fördervereins empfingen die Gäste mit Kaffee, Tee und selbstgebackenem Kuchen.
Im Mittelpunkt standen Gespräche über die grausamen Verfolgungen, ihre Verarbeitung in Märchen, etwa in „Die sechs Schwäne“, sowie politische und kulturelle Deutungen des Hexenbegriffs. Diskutiert wurde auch das berühmte Zitat Kaiser Wilhelms II., der Clara Zetkin als „gefährlichste Hexe des deutschen Reiches“ bezeichnete, und der Kontrast zum heutigen kommerzialisierten Hexenbild, wie Halloween-Dekoration und Party-Events.
Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, die Ausstellung im Haus zu erkunden, die über das Leben der Frauenrechtlerin, Kriegsgegnerin und Antifaschistin Clara Zetkin informiert, die hier von 1929 bis 1933 lebte. Der Garten beherbergt eine Skulptur Zetkins gemeinsam mit Rosa Luxemburg. Auch enge Freundinnen Zetkins wie Frida Winkelmann, Hildegard Knies und Emma Ihrer wurden thematisiert.
Darüber hinaus ging es um Zetkins Mut, ihre kritische Haltung selbst in politischen Gremien zu vertreten, in denen bereits Nationalsozialisten saßen. Das Wohnhaus wurde 1957 zur Gedenkstätte umgestaltet und bewahrt bis heute ihre persönlichen Gegenstände. Im Untergeschoss befindet sich die „Geschichtsstube“, ein Museum, das ehrenamtlich betreut wird und jeden letzten Samstag im Monat geöffnet ist. Zudem ist dort die öffentliche Bibliothek Birkenwerders untergebracht.
Abgerundet wurde der Nachmittag durch Diskussionen zur Ortsgeschichte Birkenwerders seit 1355 und durch Erinnerungen der Gäste, die sie mit den historischen Gebäuden und Ereignissen verbanden. So entstand ein lebendiger Austausch über Geschichte, Erinnerung und die Bedeutung mutiger Frauen.

Text/Foto: bm

Bild 1: Einige Mitglieder des Vereins

Bild 2: Die Skulptur Clara Zetkin & Rosa Luxemburg mit Bernd Erzmann von der „Geschichtsstube