Im Storchengang durch die Briese

Handel- und Gewerbetreff kneippt ab

Unter der Anleitung von Sporttherapeutin Inga Schoel von der Physiotherapie Rohner, haben Patienten und Mitglieder des Handel- und Gewerbetreffs (HGT) am Dienstag zum letzten Mal in diesem Jahr den gemeinsamen Gang durch die kalte Briese gewagt. Im Anschluss konnten die Teilnehmer sich bei Kaffee, Tee und Flammkuchen wieder aufwärmen.


„Lebe recht vernünftig; schätze es hoch, im Sonnenlicht dein Tagwerk vollbringen zu können; verdirb nicht selbst die gute Luft, welche du einatmen kannst, und sei nicht frevelhaft gegen deinen Körper, indem du mehr von ihm verlangst, als er zu leisten vermag“, riet der 1897 verstorbene Hydrotherapeut, Naturheilkundler und römisch-katholische Pfarrer, Sebastian Anton Kneipp einst seinen Patienten. Er machte die Wasserkur und das Wassertreten populär.


Nicht zuletzt auf die Initiative des HGT hin, besitzt Birkenwerder seit 2008 eine eigene Wassertretanlage nach Kneippschem Prinzip, die nach einigen hundert Metern über die Treppe an der Freiweilligen Feuerwehr leicht zu erreichen ist.

Aufwärmen vor dem Gang ins Wasser
„Und jetzt rudern wir mit den Armen rückwärts und heben dabei abwechselnd die Beine“, treibt Sporttherapeutin Inga Schoel die 20 Teilnehmer des diesjährigen Abkneippens an. Einmal im Frühjahr und einmal vor dem ersten Advent, treffen sich die HGT-Mitglieder zum sogenannten An- und Abkneippen. Das gemeinsame Aufwärmen ist fester Bestandteil der Wasserkur und ist auch für Besucher ohne professionelle Anleitung auf einem Schild erklärt.


Nach den Aufwärmübungen heißt es dann, Schuhe aus, Hose hochkrempeln und rein ins kalte Wasser. „Die optimale Temperatur liegt bei etwa 6 Grad Celsius. Vier oder acht Durchgänge, bei denen die Teilnehmer im Storchenschritt durch das knietiefe Wasser waten, sind genau richtig“, erklärt Inga Schoel weiter. Durch das Aufwärmen und anschließende Abkühlen öffnen sich die Venen und das Blut kann leichter zum Herzen zurück fließen, so die Sporttherapeutin. Einige Hartgesottene absolvieren anschließend noch den Barfußweg neben der Wassertretanlage, der die Wahrnehmung des Untergrundes an den empfindlichen Fußsohlen stimuliert und ebenfalls die Durchblutung anregt.


„Im ersten Moment ist es schon sehr kalt aber wenn man es dann geschafft hat, ist es umso schöner“, freut sich Teilnehmerin Gabriele Meiritz. Nach ein paar abschließenden Dehnübungen wärmen sich die Wassertreter bei Kaffee und Tee wieder auf. Spätestens im nächsten Frühjahr werden sich viele von ihnen wieder in die Briese wagen.


Text/Foto: lv