Neu in der Asklepios-Klinik: MRT-Untersuchungen

Werden Rückenschmerzen durch eine Entzündung oder durch einen Bandscheibenvorfall verursacht? Das können Mediziner meist nur mit Hilfe einer Magnetresonanztomographie beurteilen. Jetzt verfügt auch die Asklepios-Klinik über ein MRT-Gerät.

Seit Montag wird das Großgerät genutzt; und der Kalender füllt sich zusehends. „Zehn bis zwölf Untersuchungen haben wir jeden Tag“, berichtet Radiologie-Assistentin Daniela Schneider. „Wer einen Termin braucht, muss mit eineinhalb bis zwei Wochen Wartezeit rechnen.“ Das ist noch deutlich weniger als anderswo.
Ein MRT-Gerät ist der Goldstandard in der radiologischen Diagnostik. Es besteht aus einem zylinderförmigen Elektromagneten, in dessen Mitte sich eine Röhre befindet. In die wird der Patient auf einer Liege hineingeschoben, je nach betroffenem Organ mit dem ganzen Körper oder nur mit einem Teil. Mit einem sehr starken Magnetfeld und zusätzlicher Radiosignale werden dann die Wasserstoffatome, die überall im Körper unterschiedlich häufig und in verschiedenen Verbindungen mit anderen Atomen vorkommen, kurzfristig beeinflusst. Eine Messvorrichtung nimmt aus dem Körper feine Signale auf. Aus ihnen berechnet ein angeschlossener Computer detailreiche dreidimensionale Schichtaufnahmen. Darauf lassen sich eine Vielzahl weicher Gewebsarten, aber auch Gewebedichten unterscheiden. So können gesunde und krankhafte Zustände identifiziert werden. Besonders wertvoll ist das in der Tumordiagnostik. Auch bei der Beurteilung von Weichteilen wie dem Gehirn, den Nerven oder dem Inneren des Knies oder der Schulter, sowie der Wirbelsäule arbeiten Radiologen bevorzugt mit Magnetresonanztomografie.
Bei Gelenken, Wirbelsäulen oder dem Kopf dauert die Untersuchung bis zu 25 Minuten. Sind innere Organe wie die Leber oder die Niere betroffen und müssen Kontrastmittel verwendet werden, muss der Patient schon mal 40 Minuten in der Röhre ausharren. Anders als beim konventionellen Röntgen oder der Computertomografie ist er dabei keiner Strahlenbelastung ausgesetzt. Auch Schwanger oder Kleinkinder können so ohne Risiko untersucht werden.
Ungeeignet ist ein MRT hingegen für Patienten, die Metall im Körper tragen – etwa einen Herzschrittmacher, eine Insulinpumpe oder eine Spirale zur Empfängnisverhütung. Darüber hinaus ist das Verfahren nicht bei allen Organen die Methode der Wahl. „Bei feinen Knochenfrakturen oder zur Untersuchung der Lunge, die durch die Atmung ständig in Bewegung ist, hat die Computertomografie klare Vorteile“, informiert Radiologin Katharina Henkel. „Außerdem führen wir an unserem Standort keine MRTs von Herzen oder Brust durch.“ Zusammen mit Andreas Fussan, dem ärztlichen Leiter der radiologischen Praxis im Medizinischen Versorgungszentrum, ist sie für die Betreuung der MRT-Patienten zuständig.   
Knapp 1,1 Millionen Euro hat die Asklepios-Gruppe in das Großgerät und die notwendige Infrastruktur investiert. Mit Katharina Henkel und Daniela Schmidt wurden zwei Mitarbeiterinnen neu eingestellt. Grundlage der Investition war eine umfangreiche Kostenkalkulation, so Andreas Fussan. „Natürlich können wir den Bedarf nicht exakt beziffern. Aber wir haben seit Jahren ganz viele Rückmeldungen von Ärzten aus der näheren Umgebung und von Patienten am Telefon. Daraus konnten wir eine Hochrechnung erstellen.“ Im Kreis Oberhavel ist das Birkenwerderaner Gerät das zweite überhaupt, nach dem der Klinik Hennigsdorf. „Für uns als Klinik bedeutet das eine große Aufwertung“, freut sich der ärztliche Leiter. „Wir können jetzt radiologische Rundumversorgung anbieten. Das macht sie für noch mehr Patienten aus der Umgebung attraktiv und verkürzt für unsere stationären Patienten die Wege.“ Für diese und für Akut-Patienten gibt es Terminfenster, die freigehalten werden.

Text / Foto: Eva Neumann für die Gemeindeverwaltung Birkenwerder