Immer mehr Unternehmen und Kommunen rüsten ihren eigenen Fuhrpark um, denn die Elektrifizierung bietet wegen planbarer Routen große Potenziale für einen wirtschaftlichen Einsatz. Wie sich dies in der Praxis planen und umsetzen lässt, hat Birkenwerders Klimaschutzmanager Martin Thiele am Montag, 23. September 2019, in einem Workshop erklärt, den die Gemeinde in Zusammenarbeit mit der IHK und der Anlauf- und Koordinierungsstelle E-mobiles Brandenburg organisiert hat.
Drei Elektro-Autos hat die Gemeinde Birkenwerder angeschafft: einen Kompaktwagen, einen Kleinwagen und einen Kastenwagen. Am Montag haben Bürgermeister Stephan Zimniok und Klimaschutzmanager Martin Thiele die neuen Fahrzeuge vorgestellt. Sie werden an zwei Ladesäulen mit je zwei Anschlüssen geladen, welche in die Entwässerungsmulde am Rathausparkplatz integriert sind. Die Ladeleistung beträgt jeweils 22 kW. Der Smart schafft damit in etwa eine Reichweite von 150 Kilometern. „Im Winter sind es aber eher 100 Kilometer“, erklärt Martin Thiele. So können die Mitarbeiter künftig Strecken innerhalb des Ortes zurücklegen. Auch Fahrten nach Oranienburg oder Potsdam sind möglich. 100 000 Euro hat die Gemeinde in die Ladesäulen und die Fahrzeuge investiert. Auch ein neuer Stromanschluss im Rathaus war nötig.
Rund die Hälfte gibt es als Förderung zurück – von der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums.
Nationale Klimaschutzinitiative
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.
Auch öffentliche Lademöglichkeit errichtet
Die vier Ladepunkte sowie die Autos sind nicht für die Öffentlichkeit nutzbar. Dafür befindet sich auf dem Rathausparkplatz nun erstmals auch eine Ladesäule der Energie Mark Brandenburg (EMB). Diese kann jederzeit zum Laden privater Fahrzeuge genutzt werden. Es gibt ebenfalls zwei Anschlüsse. Um an der Ladesäule zu „tanken“, kann unter anderem eine Ladekarte der EMB genutzt werden. Doch auch das spontane Laden ohne spezielle Karte ist möglich. Dazu scannt der Fahrer über sein Smartphone einen QR-Code und startet den Ladevorgang online.
Die Umrüstung des Fuhrparks ist eine von 22 Maßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept der Gemeinde Birkenwerder
Die Gemeinde Birkenwerder hat sich mit ihrem Klimaschutzkonzept unter anderem die Förderung von alternativen Mobilitätsangeboten zum Ziel gesetzt. „Die Erneuerung der Rathaus-Flotte ist eine von 22 Maßnahmen, die das Klimaschutzkonzept umfasst“, erklärt Martin Thiele. Langfristiges Ziel sei es, im Zeitraum zwischen 1990 und 2030 30 Prozent weniger Treibhausgasemission nachweisen zu können. Martin Thiele kann anhand von Zahlen belegen, dass der Austausch der Fahrzeug-Flotte zu einer deutlichen Einsparung von CO2-Emissionen führen wird. Bereits 2017 war es geplant, Elektrofahrzeuge anzuschaffen. In den Haushalt waren dafür überplanmäßige Ausgaben aufgenommen worden. Zwei Jahre später konnte das Rathaus nun komplett auf Elektro umrüsten.
An die Vorstellung des Fuhrparks schloss sich ein Workshop an, den die Gemeinde in Zusammenarbeit mit der IHK und der Anlauf- und Koordinierungsstelle E-mobiles Brandenburg organisiert hat. Die Teilnehmer kamen aus verschiedenen Verwaltungen der Brandenburger Landkreise, Städten und Gemeinden. Gemeinsam erarbeiteten sie Antworten auf Fragen wie: Welche Fahrzeugmodelle sind geeignet? Was muss bei der Einrichtung der Ladeinfrastruktur beachtet werden? Wie kann Elektromobilität wirtschaftlich sein? Darüber hinaus wurde erklärt, wie man Strom vom Dach für das Laden nutzen kann, denn solange die Autos mit dem Hausstrom versorgt werden, entstehen auch dadurch wieder Kosten, die durch die Nutzung von Solarenergie wegfallen.
In Birkenwerder sind noch nicht alle Potenziale ausgeschöpft. Martin Thiele sagte, dass künftig auch die Anschaffung eines vierten Elektro-Fahrzeuges in Aussicht ist. Der vierte Ladepunkt wäre jedenfalls schon vorhanden.
Text/Foto: ww
Bildunterschrift: Klimaschutzmanager Martin Thiele, der EMB-Regionalleiter Matthias Braksch, Bürgermeister Stephan Zimniok und Manuel Toplak (EMB) bei der Einweihung der neuen Ladesäule auf dem Rathausparkplatz



