Offenes Atelier 2018 - Künstler aus Birkenwerder zeigen ihre Werkstätten

Einmal jährlich laden zahlreiche brandenburgische Künstler und Galeristen ein Wochenende lang Besucher in ihre Werkstätten ein. In diesem Jahr beteiligten sich Galerien in 14 Landkreisen und drei kreisfreien Städten mit über 750 Künstlern in 590 Ateliers an dieser kulturellen Veranstaltung. Die Besucher bekamen viel Kreatives und Künstlerisches, Gartenkunst, aber auch Kulinarisches und Musik geboten. Meist kann in den offenen Ateliers auch das eine oder andere Original vom Künstler direkt erworben werden. Oder man legt gleich selbst Hand an und probiert sich in verschiedenen Techniken aus. Auch in Birkenwerder haben Künstler in ihre Werkstätten eingeladen.

Galerie Waldhof


Die Galerie Waldhof ist schon lange eine feste Größe im kulturellen Leben der Gemeinde. Der Künstler in diesen Räumen ist Andreas-Christoph Schneider. Seit 1983 lebt er in Birkenwerder. Aus Anlass des offenes Ateliers, hat er seine Galerie geöffnet und in seinem großen Garten diverse Sitzecken und Orte zum Verweilen geschaffen und verschiedene befreundete Künstler eingeladen, deren Werke auch überall auf dem Grundstück zu bewundern sind. Schneider ist vor allem Maler und Grafiker. Beschäftigt sich aber auch immer wieder mit anderen Techniken und probiert neue Wege zu gehen. Auch auf Kunstwerke anderer Künstler in seiner Galerie ist er stolz. „Das hier ist eine Zeichnung von Neo Rauch. Einem bekannten Vertreter der Neuen Leipziger Schule aus dem Jahr 1983. Er hat auch das Aida-Auge entworfen“, erklärt er.

Galeria Ars pro Vita

Von der Galerie Waldhof geht es weiter in die Schützenstraße zu Wolfgang Büttner in seine Galeria Ars pro Vita. Der ehemalige Ingenieur ist Autodidakt und hat neben der Malerei, die er etwa seit dem Jahr 2000 betreibt, auch schon Bücher veröffentlicht. Unter anderem den Roman „Der Schlaraffenländer“ und war jahrelang im Kreativzentrum Oranienburg tätig. Auch mit der Fassadenmalerei hat er bereits Erfahrungen gemacht. Besonders angetan haben es ihm Künstler wie Monet und van Gogh. „Ich habe viel über das Kopieren gelernt. So kann man die Handschrift eines Künstlers erkennen und macht selbst Fortschritte und findet mit der Zeit seinen eigenen Stil. Zur Zeit beschäftige ich mich mit einer sehr komplizierten, geometrischen Zeichenkunst, die aus dem arabischen Kulturraum kommt und sich Quasikristall nennt“, erklärt Büttner, der in seiner Galerie auch Malkurse für Laien anbietet.


Villa Havelmond

Weiter geht es in die Villa Havelmond in der Havelstraße 113 zu Ute Spingler. Seit 2014 lebt sie in Birkenwerder. Sie hat Design, Mode und Grafik in Bremen, Holland und Riga studiert und ist ausgebildete Kunsttherapeutin. Außerdem ist sie leidenschaftliche Tangotänzerin, was auch in ihrer Kunst ein wiederkehrendes Motiv ist. Ihre Spezialität ist das Einfangen von Impressionen, live und im Moment ihres Entstehens. Die Intensität des Augenblicks und die Bewegung ihrer Figuren lassen den Betrachter deutlich die Energie spüren, die den Moment ausgemacht haben. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein tanzendes Paar, ein Handballspiel oder eine Partie Tischtennis handelt. Bunte, kräftige Farben sind ebenso ein wiederkehrendes Motiv in ihrer Kunst. „Ich kann mich gar nicht erinnern, nicht gemalt zu haben. Mit 2 Jahren soll ich die Lippenstifte meiner Mutter genommen und damit die Fensterscheiben bemalt haben“, sagt Ute Spingler und lacht. Auf ihrem Grundstück stehen alte Scheunenruinen, die sie ganz bewusst als eine Art Open-Air-Galerien verwendet und die einen gelungenen Kontrast zu den farbenfrohen Gemälden bilden. Hier finden häufig kulturelle Veranstaltungen statt, die sie auch gemeinsam mit anderen Künstlern organisiert und gestaltet.


Skulpturenboulevard

Zum Flanieren lud am Wochenende ebenfalls der Skulpturenboulevard auf der Birkenwerderstraße ein, der nach mehrjähriger Planung im Oktober 2017 eröffnet wurde und ein kulturelles Bindeglied zwischen Birkenwerder und Hohen Neuendorf bildet. Auf einer Strecke von über 400 Metern zieren hier zwölf Skulpturen von regionalen und überregionalen Künstlern die Dauerausstellung und bieten dem Betrachter dabei ein breites Spektrum an Farbe, Form und Materialien.

Text/Foto: lv