Polizei berät vor Ort individuell zu Einbruchschutz

Man spürt beim Öffnen der Haustür einen ungewohnten Luftzug. Die Terrassentür klappert. Schränke und Schubladen sind durchwühlt. „Bei uns wurde eingebrochen!“. Für Bewohner beginnt mit dieser Erkenntnis ein furchtbarer Alptraum.

Insgesamt 411 besonders schwere Diebstähle in Häuser und Wohnungen hatten die Mitarbeiter der Polizeiinspektion Oberhavel im vergangenen Jahr zu bearbeiten – 103 weniger als im Jahr 2014. Für Birkenwerder gilt dieser Abwärtstrend allerdings nicht. Hier gab es im Jahr 2015 nach Angaben der Polizeidirektion Nord in Neuruppin 37 besonders schwere Diebstähle in Häuser und Wohnungen (2014: 30). Die Aufklärungsquote beträgt 21,6 % (2014: 23,6%). „Birkenwerder und andere Kommunen im Speckgürtel sind seit Jahren besonders betroffen“, bestätigt Dirk Collin, Sachgebietsleiter Prävention im Schutzbereich Oberhavel. „Hier haben die Täter genügend Fluchtwege in alle Richtungen. Außerdem ist die Landesgrenze zu Berlin sehr nah. Dort endet unsere Zuständigkeit. Das wissen die Täter zu nutzen.“
Meist wird am Tage eingebrochen, seltener nachts, dann jedoch durchaus in Anwesenheit der Bewohner. Der Einstieg gelingt vor allem durch aufgehebelte Terrassentüren oder Fenster. Mit Aufstiegshilfen wie Mülltonnen oder Gartenmöbeln erreichen die Einbrecher vielfach mühelos die obere Etage. „Die betroffenen Häuser oder Wohnungen sind keine Zufallstreffer. Die Täter haben die Gewohnheiten der Bewohner in aller Regel zuvor ausgekundschaftet“, sagt Dirk Collin. Die tagelang im Briefkasten steckende kostenlose Wochenend-Zeitung, der länger nicht gemähte Rasen und das unverändert geparkte und vielleicht schon mit Blütenstaub überzogene Auto weisen den Weg zu Zielen, wo eine schnelle Entdeckung unwahrscheinlich ist. „Solche offensichtlichen Abwesenheitszeichen zu vermeiden, ist immer auch ein wichtiger erster Beitrag zum Einbruchschutz“, betont Dirk Collin.
Maßnahme Nummer zwei ist, den mechanischen Grundschutz der Gebäudehülle so zu erhöhen, dass potentiellen Täter das Eindringen möglichst schwer gemacht wird. „Einzelmaßnahmen wir die Ausrüstung von einfachen Kunststofffenstern mit schweren Beschlägen oder die Pilzkopfverriegelung an einer einzelnen Terrassentür bringen allerdings gar nichts. Was Sie brauchen, ist ein stimmiges Gesamtkonzept“, erläutert der Präventionsexperte. Das zu erstellen, damit ist der Laie überfordert. Die Kriminalpolizei bietet deshalb kostenlos deutschlandweit Vor-Ort-Beratungen an. Die beiden für Oberhavel zuständigen Kolleginnen sind zur telefonischen Terminvereinbarung an Werktagen zwischen 07.00 und 08.00 Uhr unter 03301-20705-426 und – 427 erreichbar.
Bei einer etwa zweistündigen Besichtigung der Immobilie zeigen sie Sicherheitsschwachstellen auf und machen Vorschläge, wie diese behoben werden können. Für die Umsetzung bekommen die Bewohner Listen mit Herstellern von zertifizierten einbruchhemmenden Produkten und mit geprüften Handwerksfirmen an die Hand. Diese sind auch unter <link http: www.k-einbruch.de external-link-new-window external link in new>www.k-einbruch.de zu finden.
Die beiden Oranienburger Polizistinnen sind etwa zwei Monate im Voraus ausgebucht. Vor allem Einbruchsopfer suchen ihren Rat. Dirk Collin sieht das mit gemischten Gefühlen: „Wir würden uns wünschen, dass viel mehr Bewohner vor dem Kauf oder der Sanierung einer Immobilie zu uns kommen“, sagt er. „Dann hat man mehr und zumeist kostengünstigere Möglichkeiten, sein zu Hause mit geeigneten Sicherungssystemen auszustatten.“

Text: Eva Neumann für die Gemeindeverwaltung Birkenwerder
Foto: <link http: www.polizei-beratung.de external-link-new-window external link in new>www.polizei-beratung.de