Schüler bieten sensationelle Bühnenshow Musical „Coming-Home“ der Regine-Hildebrandt-Gesamtschule feiert Premiere

Nach monatelanger Vorbereitung kommt das langerwartete Musical „Coming Home“, inszeniert von Schülern, Lehrern und Unterstützern der Regine-Hildebrandt-Gesamtschule, auf die Bühne. Die minutiöse Vorbereitung und Planung hat sich gelohnt. Das Ensemble und das Orchester wurden mit minutenlangen Standing Ovations gefeiert.

Nach eineinhalb Stunden Gesang und Schauspiel, hielt es keinen der etwa 300 Gäste in der ausverkauften Sporthalle Summter Straße mehr auf den Stühlen. Der Grund dafür war sicher nicht nur die Tatsache, dass es sich bei den Schauspielern und Musikern um Schüler gehandelt hat, sondern das von der Licht- und Tontechnik, bis zu wechselnden Bühnenbildern und den Leistungen der Hauptdarsteller, alles ineinander gegriffen hat um ein stimmiges und gelungenes Gesamtkonzept präsentieren zu können.
„Coming Home“ erzählt die Lebensgeschichte der 1998 verstorbenen, österreichischen Musikikone Falco, bürgerlich Johann Hölzel (1957-1998), dessen Aufstieg zum Weltstar und die damit einhergehenden Frauengeschichten und Drogenexzesse, die nach und nach zu seinem Fall und sogar zu seinem Tod führen. Dabei nahmen sich die Initiatoren um Musiklehrer Stephan Küchner die Freiheit, wirkliche Stationen von Falcos Leben, mit fiktiven Begebenheiten, die er in seiner Musik teilweise verkörpert und beschrieben hat, zu einem großen Ganzen zu verschmelzen. So etwa, wenn Falco von Mephisto heimgesucht wird, oder wenn er im Drogenrausch seinem Idol Mozart begegnet, der ihn zu dem Welthit „Rock Me Amadeus“ inspiriert.
Falcos Leben als Inspiration
Das in einen Prolog und fünf Szenen unterteilte Musical, spannt einen Bogen über das reale Leben von der Musik-Ikone, zeigt dessen musikalische Genialität gepaart mit Größenwahn und Selbstüberschätzung bis hin zur Selbstzerstörung, ganz so, wie es auch dem „echten“ Falco ergangen ist. Und trotzdem gewinnt der Zuschauer den Eindruck, als wolle Falco aus tiefsten Herzen heraus aus dieser Welt der Stars und Sternchen und bunten Fassaden ein glückliches, einfaches und bürgerliches Leben im Kreis der Familie führen. Dieses Vorhaben ist zum Scheitern verurteilt.
Tolle Gesamt- und Einzelleistungen
Auch wenn das gesamte Ensemble der Regine-Hildebrandt-Gesamtschule tolle Arbeit geleistet hat, ebenso wie das große Orchester der Kreismusikschule Oberhavel unter der Leitung von Hagen Kubasch, so sollte man doch einige Hauptakteure besonders hervorheben.
Falco-Darsteller Niels Blazyczek hat sich ganz sicher mehr als einen Auftritt oder ein Interview von Falco angesehen, den er bewusst nicht mehr erlebt haben kann. Bewegungen, Mimik, Gestik und die Art zu reden kommen schon sehr nah an das Original heran. Ebenso wie die Kostümierung, die auch bei allen anderen Rollen gut gewählt ist. Ebenso erwähnenswert sind die Darbietungen von Sören Förster, als Falcos Privatsekretär, Laura Jordan als seine Ehefrau Conny, Ben Endler als Mozart, oder Henrik Riedel in der Rolle des Mephisto.
Schulleiterin Kathrin Voigt war nach der Premiere sichtlich gerührt von der Leistung ihrer Schützlinge. Insgesamt wird das Musical drei Mal aufgeführt. Für die zweite Vorstellung hat sich Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) als Gast angekündigt.

Text/Foto: lv