Die Grundschule in Birkenwerder hat seit Beginn diesen Schuljahres wieder eine stellvertretende Schulleiterin. Frau Angela Kaiser wurde am 14.09.2017 vom Bürgermeister Stephan Zimniok zu ihrer Berufung beglückwünscht.
Frau Kaiser hat sich auf den Besucher vorbereitet. Der Kaffee, von der Schulsekretärin Frau Arndt gekocht, duftet schon und die Tassen stehen im Direktorenbüro bereit.
Pünktlich kommt Bürgermeister Zimniok, mit einem herrlichen Blumenstrauß in der Hand.
Schnell sind beide in ein sehr interessantes Gespräch vertieft.
Frau Kaiser hat bereits seit einem Jahr an dieser Schule kommissarisch die vielfältigen Aufgaben einer stellvertretenden Schulleiterin übernommen und steckt nicht nur deshalb voll drin in dem, was alles an der Grundschule mit 40 Lehrern und 520 Schülern aus 24 Klassen auf ihrem Schreibtisch landet.
Ihr Aufgabenbereich ist der eines Konrektors. Sie hat nicht nur gegebenenfalls den Schulleiter Uwe Stapel zu vertreten, sondern viele organisatorische Aufgaben gehören in ihr Ressort. Als erstes sozusagen hatte sie die gute alte Magnettafel, an der immer die Stundenpläne für die Klassen und Kollegen koordiniert wurden, außer Dienst gesetzt. Mit dem Computerprogramm für Schulen kann sie viel besser und weniger nerven-raubend Stundenpläne erstellen und vor allem schnell reagieren, wenn zum Beispiel Vertretungsstunden anstehen.
Den Bürgermeister interessiert, wie Frau Kaiser hier her an die Pestalozzi-Grundschule kam. Lebhaft, immer mit einem Lächeln im Gesicht, beantwortet Frau Kaiser gern seine Fragen. Ihr Weg nach Birkenwerder zeigt viele interessante Schleifen und Kurven, die letztlich ihren Erfahrungsschatz sehr vielfältig werden ließen.
Studiert hat Angela Kaiser einst in Greifswald. Dort erwarb sie das Diplom einer Fachlehrerin für Mathematik und Geografie. Nach ihrer Absolventenzeit, was dem heutigen Referendariat entspricht, unterrichtete sie an der Sportschule in Kienbaum. Lächelnd erläutert sie: “Doch immer nur Lehrerin zu sein, das konnte ich mir nicht vorstellen. Jedoch war es in der DDR nahezu unmöglich, etwas anderes nach diesem Studium beruflich zu machen.“ So nutzte sie die Wende, um so viel wie nur möglich kennenzulernen. Und es kam einiges zusammen: Über ein kleines Einzelhandelsgeschäft bis zur Arbeit in der Immobilienbranche lernte sie auch Arbeitslosigkeit kennen und selbst erfahren, wie hart es ohne einen Job ist. Die zweifache Mutter, seit einigen Monaten hat sie ein Enkelkind, hat viel erlebt, was gewiss ihren Schülern auch zugute kommt.
Schließlich fand sie zum Arbeitslosenverband und begann in dem Verein als Beraterin für all die Menschen, die aus verschiedensten Gründen ihre Hilfe benötigten. Kreativ möchte sie sein, etwas bewegen. Als Projektmanagerin und letztendlich Leiterin des Arbeitslosenverbandes in Oranienburg, was dann sieben Jahre lang ihre Aufgabe war, brachte sie manches ins Rollen: So gründete sie die Oranienburger Tafel.
Und sie merkte: „Leiten mache ich gerne.“ Dass sie dies gewiss nicht von oben herab tut, spürt man deutlich.
Es ergab sich, dass sie wieder eine neue Herausforderung suchen musste. „Lehrer – was können Lehrer machen?“, schildert sie dem Bürgermeister ihr Problem. Vielleicht wieder unterrichten? Die Nachfrage beim Schulamt veränderte ihr Leben abrupt: Innerhalb von vierzehn Tagen war sie nach nunmehr zehnjähriger Schulabstinenz wieder Lehrerin und das in Hennigsdorf an der Realschule. So sehr wurde sie gebraucht. Das schreibt sich leicht, aber in der Zeit hatte sich an den Schulen vieles verändert und ein solcher Einstieg ist wirklich hart und fordert sehr viel ab.
Jedoch verringerte sich nach einiger Zeit derart die Schülerzahl, dass sie versetzt wurde, an die Grundschule in Birkenwerder. „Und dann bin ich hier gelandet,“ ihr Kommentar. Überzeugt hatte sie erst einmal der kurze Arbeitsweg, den sie meist per Fahrrad zurücklegt. Doch schnell stellte sie fest: „Ich finde es hier total toll. Die Schule, die Kinder, die gern lernen wollen.“ Sie blieb und da drei Jahre lang, aufgrund der schweren Erkrankung der bisherigen stellvertretenden Schulleiterin, von Frau Heinrich die Funktion kommissarisch ausgeführt worden war, hat Frau Kaiser nach einem Jahr schließlich nun die Berufung in dieses Amt erhalten.
Ihr nächstes Ziel, eine kreidefreie Schule, wird vom Bürgermeister Zimniok gern unterstützt. Sein Ansinnen ist: Wenn die Lehrer an einer gut ausgestatteten Schule gern und engagiert arbeiten, dann überträgt sich das auf die Schüler, die dann mindestens genauso gern hier lernen. So tauschen sich die stellvertretende Schulleiterin und der Bürgermeister intensiv darüber aus, wie WLAN und Smartboard in unsere Grundschule einziehen können.
Als der Bürgermeister sich verabschiedet ist klar, Schule und Gemeindeverwaltung werden eng zusammen arbeiten. Stephan Zimniok fordert nachdrücklich dazu auf, sich vertrauensvoll an die Verwaltung zu wenden, wenn Bedarf für technische Ausstattungen besteht.
Foto und Text: Marita Bauer im Auftrag der Gemeindeverwaltung Birkenwerder


