Von Goethe bis Metallica – Weihnachtskonzert der Regine-Hildebrandt-Schule

Bei ihrem traditionellen Weihnachtskonzert begeisterten die Schüler der Regine-Hildebrandt-Schule ihr Publikum mit einer großen Bandbreite an kulturellen Beiträgen. Die Mischung aus Literaturbühne und Musik zeigte die vielfältigen Begabungen der Jugendlichen.

Hier ging es um mehr als Kling Glöckchen und Jingle Bells. Dass sie gerne mal so richtig abrocken,  bewiesen Alina Großmann und Laura Jordan, Frontfrauen der Schülerband Most Wanted, bei ihrem Titel The Unforgiven 3, mit dem die US-amerikanische Metal-Band Metallica bereits große Erfolge gefeiert hat. Zur Begrüßung zeigte aber erst einmal der Chor, mit welcher Musik man sich auf das bevorstehende Weihnachtsfest einstimmen kann. Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, ein in Ostpreußen entstandenes Kirchenlied aus dem 17. Jahrhundert, schien da eine gute Wahl. „Auf der Bühne zu stehen, ist immer wieder aufregend“, erzählt Chormitglied Josephine Schütz. Doch da sie als Zehntklässlerin schon einige Jahre dabei ist, weicht das Lampenfieber schnell der Freude am Singen. „Wir sind eine große Gruppe von bis zu 30 Schülern von der siebenten bis zur zwölften Klasse“, erzählt Josephine Schütz. Ihr Lieblingslied vom Chor ist Gaudete, was „Freut euch“ aus dem Lateinischen bedeutet. Worüber man sich freut in der Weihnachtszeit? Heute vielleicht am meisten über die Geschenke. Das mittelalterliche Lied handelt jedoch von der Freude über die Geburt Jesu Christi, dem Ursprung des Weihnachtsfestes.

Der Titel des Konzerts NaTÜRlich Weihnacht stand symbolisch für das Öffnen von Türen zu anderen Kulturen.

Mit der Weihnachtsgeschichte hat sich auch die Klasse 13/4 befasst. Für einen Beitrag der Literaturbühne, deren Sieger ebenfalls an diesem Abend gekürt wurde, haben sich die Schüler ihre eigene Weihnachtsgeschichte ausgedacht. Emil hat keinen Bock auf das Fest der Familie. Im Schlaf begegnen ihm verschiedene Geister. Der Geist der Vergangenheit erinnert den jungen Mann, wie schön er Weihnachten als Kind fand. Ein anderer Geist zeigt Emil die Zukunft, in der der 24. Dezember ein gewöhnlicher Arbeitstag ist. Alle Feiertage wurden abgeschafft. Diese Vorstellung stimmt ihn so traurig, dass er entscheidet, zu Weihnachten seinen Bruder zu besuchen und das Smartphone auszuschalten.
In der Pause waren die Zuschauer dazu aufgerufen, für einen der fünf Literaturbühnen-Beiträge abzustimmen. Als Publikumsliebling ging Fabian Schimmel aus der Klasse 13/4 hervor. Er begeisterte mit seinem selbst geschriebenen Poetry Slam „Eine nette Ausnahme“. Die Geschichte widmete der Schüler Menschen, die das Glück nicht auf ihrer Seite haben. Mit dabei war auch Goethes Prometheus, vorgetragen vom Zehntklässler Lucas Apostel.

Als Literaturkönig ging Fabian Schimmel aus der 13. Klasse hervor. Er begeisterte das Publikum mit einem selbst geschriebenen Poetry-Slam-Beitrag.

„Es ist gigantisch, wie kreativ die Schüler sind“, lobte Musiklehrer Stephan Küchner seine Schützlinge in der Pause, die das Publikum für einen kleinen Snack der „Jungköche“ nutzte. „Die Schüler haben alles selbst gemacht, vom Programm bis hin zur Bühnentechnik und Kulissen“, erklärte Stephan Küchner. Mitwirkend am Konzept waren unter anderem Ronja Ingel und Daniel Ehmer, die charmant durch den Abend geführt haben. Der Titel des Konzerts NaTÜRlich Weihnacht stand symbolisch für das Öffnen von Türen zu anderen Kulturen. Anstelle von Eintrittsgeldern wurden Spenden entgegen genommen. Diese gehen unter anderem an verschiedene Schulprojekte wie das Musiktheater Coming Home sowie Anschaffungen im musikalischen und technischen Bereich.


Text/Foto: ww

Im Chor singen Schüler aller Klassenstufen